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Urlaubsgefühle am Schiersteiner Hafen

Urlaubsgefühle am Schiersteiner Hafen

Als ich gerade meine Kaffeetasse neben dem Frühstücksbrettchen, auf dem noch mein halbes Marmeladen-Croissant liegt, abstelle, fängt mein Handy an zu vibrieren. Meine Freundin Julia ruft an und fragt ob ich heute schon etwas vor habe oder mit ihr das tolle Wetter nutzen will. Ich überlege kurz, es ist Samstag und eigentlich wollte ich heute nur ein paar Sachen erledigen, die aber eigentlich noch Zeit haben... „Morgen kümmre ich mich wirklich um meinen Wäscheberg“ denke ich und sage ihr fröhlich zu. In einer Stunde treffen wir uns also am Dern’schen Gelände um die Buslinie 23 direkt an den Schiersteiner Hafen zu nehmen.   
Schnell beende ich mein Frühstück, wische die Krümel vom Balkon-Tisch und packe meine Tasche. Neben etwas zu trinken, der Sonnenbrille, ein bisschen Geld und einem kleinen Handtuch darf ich auf keinen Fall meine Sonnencreme vergessen. Kaum ist alles gepackt, sitzen wir schon im Bus Richtung Hafen. Dort angekommen steigen wir direkt am Weinprobierstand aus, der noch zu hat. Nicht schlimm, hier kommen wir sowieso lieber zum Abschluss her.
Am Weinprobierstand vorbei glitzert uns schon die Wasseroberfläche entgegen. Im Hintergrund höre ich einschlägige Rufe, dass kann nur der Trommler des Drachenboot-Teams sein. Im nächsten Moment tauchen gleich zwei Drachenboote hinter den Segelbooten und Motorbooten auf, hier wird wohl schon für die nächste Regatta trainiert. Wir schlendern am Hafenbecken entlang, beobachten das Geschehen auf dem Wasser, einige lassen sich einfach durch den Hafen treiben, andere trainieren im Kajak oder auf dem Stand-Up-Paddle. Der leichte Wind lässt die Masten der vielen Segelboote langsam hin und her tanzen.
Es kommen uns viele Leute mit Eis entgegen, bei einigen türmen bis zu 4 Bällchen aus der Waffel – kein Wunder, denn das Eis an den beiden kleinen Eisbuden am Hafen ist soooo lecker. Ich hole mir am liebsten ein Spaghetti-Eis, denn wenn ich den Löffel mit Vanille-Eis, Kokosraspeln und der Erdbeersoße langsam auf der Zunge zergehen lasse und auf das Wasser schaue, vergesse ich für einen kurzen Moment, dass ich gar nicht im Urlaub bin. Manchmal ist es einfach unfassbar, wie wunderschön unser zu Hause ist.
Über uns fliegen neben den Enten und Schwänen auch viele Störche. Diese haben hier rund um den Hafen und in Schierstein viele Brutstellen, eine ist beispielsweise in einem sillgelegten Kamin in der Küferstraße – von hier aus haben die Störche einen Blick über den gesamten Hafen. Man könnte fast sagen, dass die Störche den besten Platz haben, um das alljährliche Feuerwerk beim Schirsteiner Hafenfest zu beobachten. Die Störche machen sogar einen so wichtigen Teil des Stadtbildes aus, dass sie ihre eigene Homepage haben.
Nach einer kurzweiligen Zeit stehen wir am Fuße der „Dyckerhoff-Brücke“ über die wir die Hafeneinfahrt überqueren können. Oben angekommen, genießen wir die Aussicht in beide Richtungen– zur einen Seite erstreckt sich der Hafen und erst jetzt wird mir wieder bewusst, wie viele kleine Boote hier unterwegs sind, auf der anderen Seite blicken wir auf den Rhein, genauer gesagt rheinabwärts in Richtung Eltville. Einige Lastenschiffe sowie Flusskreuzfahrtschiffe sind hier unterwegs und gleiten gemütlich an dem Schiersteiner Hafen vorbei. Plötzlich ertönt unter uns ein Hupen – die Tamara, eine Personenfähre die zwischen dem Schiersteiner Hafen, der gegenüberliegenden Rettbergsaue und dem Schloss Biebrich pendelt, fährt unter uns durch und viele Familien und Sonnensuchende sitzen oben auf dem Deck und freuen sich auf ihre Ausfahrt auf den Rhein.
Nachdem wir ein wenig auf der Brücke verweilt haben, geht unsere Runde weiter, teils am Rhein entlang, teils über einen schattigeren Spazierweg, am Dyckerhoff-Turm vorbei, den asphaltierten Weg zurück Richtung Weinstand. Ohne uns anzuschauen steuern wir den Weinstand an, hier enden unsere Runden eigentlich immer, manchmal wie heute nach einer Runde, an anderen Tagen nach zwei Runden, wobei wir uns dann als Wegzehrung immer ein Eis mit auf die Hand nehmen.
Mit einem Brezel in der einen und dem Glas Wein in der anderen Hand, sitzen wir nun gemütlich auf einer der vielen Bänke und beobachten die vorbeischlendernden Menschen, von Familien mit Kindern und Hund, verliebten Pärchen die sich hier vielleicht zum ersten Mal treffen bis hin zu Freundesgruppen von jung bis alt – alle sind sie hier und haben eins gemeinsam: Sie lieben den Schiersteiner Hafen genauso wie ich.

Bilder Copyright: Michael Schick, Wiesbaden Marketing GmbH

Hessisches Staatstheater Wiesbaden – Ein Blick hinter die Kulissen

Hessisches Staatstheater Wiesbaden – Ein Blick hinter die Kulissen